Veranstaltungen
Anbieter dieser Webseite
rhein-main.biz Logo
Filmkritik "Ghost Rider: Spirit of Vengeance"
Zwar besser, aber nicht gut genug.
Von Julia Huth, 17.02.2012
» Zur Listenansicht
Der Ghost Rider in Aktion.
Fast fünf Jahre ist es jetzt her, seit der Film „Ghost Rider“ erfolgreich die deutschen Kinosäle füllte. Obwohl der Film bei Kritikern wenig Lob erntete, schaffte er es trotzdem mit knapp 230 Mio.$ weltweit gute Einspielergebnisse zu erreichen. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis ein weiterer „Ghost Rider“-Teil produziert wird.

Mit „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ kommt jetzt aber keine wirkliche Fortstetzung in die Kinos, denn zu Beginn wird die Geschichte von Jonny Blaze und seiner Verwandlung zum Ghost Rider noch einmal kurz geschildert. Zudem spielen weder Figuren noch Ereignisse aus dem Vorgängerstreifen eine Rolle - außer eben der Ghost Rider selbst. Im neuen Film haben jetzt Mark Neveldine und Brian Taylos die Regie übernommen und versuchten, sich vom ersten Teil zu distanzieren – sicher keine leichte Aufgabe.

Die Story an sich ist mittelmäßig spannend, da die Handlungstränge meist vorhersehbar sind. Jonny Blaze, der eigentlich verzweifelt versucht, das Monster in sich unter Kontrolle zu bringen, muss in „Spirit of the Vengeance“ doch wieder auf seine unglaublichen Kräfte als Ghost Rider setzen. Denn ohne diese kann er die Welt nicht vor dem Teufel, der eine neue Hülle in Gestalt eines Jungen auf der Erde sucht, retten.

Blaze wird im neuen Streifen von Mönch Moreau darum gebeten, den vom Teufel auserwählten Jungen Danny zu beschützen. Er verspricht ihm dafür die Möglichkeit seinem ungeliebten, inneren Dämon zu entsagen. Im Verlauf des Filmes reihen sich Verfolgungsjagden an diverse gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Anhängern der Teufelsarmee um den Jungen mit den besonderen Kräften – bis hin zum finalen Kampf.

Im Film wird auch nicht näher darauf eingegangen, was genau der Welt bevorsteht, wenn der Teufel den Jungen in seinen Bann ziehen kann. Daher kann der Zuschauer sich nicht vorstellen, wie schrecklich diese Entwicklung für die gesamte Menschheit wäre - das lässt die Story einiges an Spannung verlieren.

Bei der filmischen Ausgestaltung haben die Macher tief in die Trickkiste gegriffen und einiges hevorgeholt, das sich wirklich sehen lassen kann: Sowohl die musikalische Begleitung als auch die visuellen Effekte, die bereits zu Beginn den Zuschauer staunen lassen, wurden sehr gut ausgearbeitet. Vor allem die Verwandlung von Jonny Blaze ist ein optisches Highlight.

Hierbei waren die beiden Regisseure erfolgreich. Denn sie haben es - im Gegensatz zum ersten Teil - geschafft, den brennenden Schädel des Ghost Riders realistischer und viel cooler aussehen zu lassen. In 3D sind die Effekte bei den bildgewaltigen Actionszenen und auch die Erscheinung des Ghost Riders selbst noch viel atemberaubender - man fühlt sich mitten in den Feuerball hineinversetzt.

Die Verfolgungsjagden sowie die zahlreichen Kampfszenen des Filmes sind zwar gut in Szene gesetzt, bieten aber definitiv nichts, was man nicht schon in einem anderen Actionfilm gesehen hätte. Die vielen Actionparts wirken größtenteils zu langwierig, die Mordszenen dagegen werden meist nur kurz und ohne große Emotionen gezeigt. Dies führt dazu, dass die dargestellten Verbrechen nicht als tragisch empfunden werden – auch wenn unzählige Feinde in Flammen aufgehen, erschossen werden oder verwesen.

Zu bemängeln ist auch die Figur von Blazes Gegner, die nicht besonders gut ausgearbeitet worden ist. Schauspieler Johnny Whitworth versucht zwar in seiner Rolle als Carrigan im Auftrag des Teufels den Ghost Rider zu vernichten. Doch trotz seiner Gabe Dinge verwesen zu lassen, agiert er zu ungeschickt und ist chancenlos gegenüber dem Ghost Rider.

Auch der Teufel selbst – Ciarán Hinds als Teufel in Menschengestalt ist nicht sonderlich furchteinflößend – wird nicht als Gefahr für Jonny Blaze deutlich. Im Gegensatz dazu wirkt der Ghost Rider, der durch unheimlichen Sound angekündigt wird und mit seiner Kette die Menschen in brennende Stücke zerreißt, viel bösartiger und mächtiger.

Der US-Schauspieler und Oscar-Gewinner Nicholas Cage beweist mit „Ghost Rider 2“ einmal mehr, dass er zu Hollywood`s talentiertesten Schauspieler gehört. Die Darstellung seiner zwiespältigen Filmfigur Jonny Blaze, der in sich den verzweifelten Menschen und das vom Feuerdämon befallene Monster vereint, gelingt Cage wie gewohnt ohne Probleme.

Allerdings bekommt er Konkurrenz von Jungschauspieler Fergus Riordam alias Danny, der seine Rolle als Zielobjekt des Teufels genauso perfekt beherrscht. Trotz einer eher düsteren Story schafft er es in mehreren Szenen ein Lachen auf die Gesichter der Zuschauer zu bringen und wirkt nie aufgesetzt. Seinen Namen sollte man sich merken.

Seine Filmmutter Nadja, gespielt von der Italienerin Violante Placido, stellt er mit seiner Top-Leistung in den Schatten. Ihrem Auftritt als besorgte Mutter fehlt es zwar nicht an Glaubwürdigkeit, aber an Emotionaliät. Sie harmoniert nicht so gut mit Hauptdarsteller Cage wie die weibliche Hauptdarstellerin des ersten Teiles, gespielt von Eva Mendes. Idris Elba, der den Zuschauern bereits 2011 in Thor eine wirklich überzeugende Leistung bot, brilliert als gottesfürchtiger Mönch – auch wenn sein Potential nicht komplett ausgeschöpft wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nicholas Cage in seinem neuesten Streifen wieder glänzt, es aber nicht sein bester Film ist. Wer nervenaufreibende Verfolgungsjagden und fiese Kämpfe mag, ist bei „Spirit of the Vengeance“ genau richtig. Für alle Action-Liebhaber und Fans von Cage ist der Film ein Muss. Wer allerdings lieber Komödien oder Gruselfilme sieht, ist hier an der falschen Adresse. Denn die unheimliche Atmosphäre verfliegt meistens schnell wieder – genau wie die vereinzelten witzigen Anekdoten. Der Film ist durchaus unterhaltsam, aber man sollte keine zu hohen Erwartungen an geistvolle Unterhaltung haben. Aufgrund des Vorgängerwerkes weiß man, was einen erwartet. Überraschungen gibt es kaum – außer Nachwuchstalent Fergus Riordam in Bestform.

Weitere Infos zum Film im Kinobereich:
Hier weiterlesen

Nutzen Sie Facebook?
Dann empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden:

Anzeige - jetzt schalten
0.422